The Sax Puppets - Marching Band

Konzertspaß mit und ohne Saxophonpuppen

Wunderbar melodiös spielten „The Sax Puppets” bekannte und unbekannte Jazztitel.

Bambustag in Saxdorf mit den Sax Puppets

Saxophon spielende Puppen mit über­dimen­sionalen Köpfen gab es am Sonnabend zum Abschluss des 14. Saxdorfer Bambusfestes im großen Pfarrgarten. Das Saxophonquartett „The Sax Puppets” um Gert Anklam gefiel aber beim abschließenden Konzert in der Kirche, für das Pfarrer Karl-Heinz Zahn gemeinsam mit Hanspeter Bethke, Maler und Garten­künstler sowie Organisator des Festes, einen Bezug zum Bambus versprochen hatte, auch ganz ohne Masken den zahlreichen Zuhörern.


Gekonnte Klang-Zeitreisen durch den Jazz, nach Griechenland, Afrika und Asien boten die vier Musiker Gert Anklam (Sopransaxophon), Andreas Kaufmann (Baritonsaxophon), Achim Kleiner (Tenorsaxophon) und Rainer Hanke (Altsaxophon), die seit reichlich einem Jahr als „The Sax Puppets” zu hören sind und seit Jahren in verschiedenen Projekten und Formationen miteinander gearbeitet haben.


Die Idee mit den Puppen kam Anklam 2004 bei einem Großfigurenbau-Workshop in Mecklenburg. Das Beson­dere: Die über­dimensionalen Köpfe sind von den Musi­kern selbst gebaut worden und jeder der vier Musiker hat seine Ideen zur Charakteristik der Puppen eingebracht. „Walking Act” nennen sie ihren Puppenauftritt, der natürlich wunderbar zum volksfestähnlichen Charakter des Bambusfestes passte. In der Kirche gab es aber zunächst musikalische Klänge ohne Puppenköpfe. Wunderbar melodiös und prächtig aufeinander abge­stimmt spielte das Quartett bekannte und unbekannte Jazztitel.

Besonders die Eigenkompositionen von Gert Anklam und die reizvollen Bearbeitungen mit Folkloreelementen, insbesondere aus Afgha­nistan und Tansania, kamen im Kirchen­ambiente gut zur Geltung.

Anklam hat seine musikalischen Reise­impres­sionen, die er auch mit dem Jazz­kollegen Warnfried Altmann gesammelt hat, in zahl­reiche Titel einfließen lassen.
„Hakuna Matata – Fühl dich wohl”, hieß eine von Tansania inspirierte Eigenkomposition Anklams, was den Zuhörern beim Konzert der vier exzellenten Musiker, die ihre Instru­mente technisch perfekt beherrschten und abwechslungs­reiche Klangteppiche legten, überhaupt nicht schwer fiel. Vier Saxophone waren im angeregten Dialog miteinander im „Griechischen Lied” ebenso zu hören wie beim Canon mit faszinierender Wirkung, von den Zuhörern mit viel Beifall bedacht.

Eine Ahnung von der schmerzhaften Trauer der Bevölkerung, die sich musikalisch in fröhliche Hoffnung auflöst, erhielten die Konzertbesucher mit der Klangreise nach Afghanistan. Obwohl das perfekte Ensemblespiel im Vordergrund des Konzertes stand, glänzte Andreas Kaufmann zum Beispiel mit einem furiosen Bariton-Solo.

Das von einigen Zuhörern erwartete Spiel auf Bambus­flöten gab es zwar nicht, auch wenn Karl-Heinz Zahn zu Beginn mit einer märchenhaften Geschichte vom großen Segen des Gehölzes für die Menschen erzählt hatte. Den Bezug zum Bambus, erklärte Gert Anklam verschmitzt, hätten sie bei den kleinen Holzblättchen am Mundstück ihrer metallenen Instrumente gefunden. „Das könnte ja vielleicht auch Bambus sein.”
Natürlich gab es zum Schluss noch die von den Zuhörern erhoffte Puppet-Show mit volkstümlichem Blues zum Mitklatschen und schräger Dixielandmusik.
(Jürgen Weser, Lausitzer Rundschau)

Walk Act mit den Sax Puppets